Archive for October, 2009
China: Schwacher Riese zittert vor Twitterer - Berlintwitterwall.com gesperrt
Eine vom Land Berlin geschaltete Internet-Seite zu 20 Jahre Mauerfall ist offenbar von den chinesischen Behörden gesperrt worden. Unter der Adresse Berlintwitterwall.com können Nutzer des Microblogging-Dienstes Twitter weltweit ihre Gedanken verewigen.
Chinesische Twitterer hätten begonnen, die Plattform für Proteste gegen die Web-Zensur im eigenen Land zu nutzen, hieß es. Bislang seien rund 1500 Kommentare auf Chinesisch eingegangen. Auf der Seite werden die Nutzer aufgerufen, darüber zu twittern, welche Mauern sonst noch auf der Welt fallen sollten.
Links:
Afghansitan: Mehr US-Truppen? Obama berät
Bei einem Treffen mit der Spitze der Streitkräfte will US-Präsident Obama am Freitag über den künftigen Kurs in Afghanistan beraten. Zu den offenen Fragen zählt die künftige Stärke der US-Truppen in dem Land. Einen Tag nach dem Anschlag auf ein Gästehaus der Vereinten Nationen in Kabul forderte UNO-Generalsekretär Ban unterdessen mehr Sicherheitskräfte für Afghanistan.
Bei einem Treffen mit dem Weltsicherheitsrat in New York drängte Ban die internationale Gemeinschaft zu mehr Unterstützung bei der Absicherung der bevorstehenden Stichwahl für das afghanische Präsidentenamt. “Die UNO werde mehr und mehr zum Ziel”, sagte Ban nach dem nicht öffentlichen Treffen, bei dem er eine Einschätzung der Lage in Afghanistan abgeben wollte.
“Wir werden uns nicht abschrecken lassen. Aber wir können es nicht allein schaffen. Wir brauchen die Hilfe der Mitgliedsstaaten”, betonte Ban. Dabei geht es seinen Worten zufolge nicht um Soldaten, sondern um andere Sicherheitskräfte. Dies könne auch private Dienste mit einbeziehen, sagte er. Der genaue Bedarf müsse noch ermittelt werden.
Der Sicherheitsrat stellte sich hinter die Forderung. Zugleich verurteilten die 15 Mitglieder den Angriff auf das UNO-Gästehaus vom Mittwoch scharf. Ohne auf Details einzugehen, kündigte Ban “eine gewissen Anzahl kurzfristiger Maßnahmen an” wie etwa die lokale Bündelung des UNO-Personals. Bei dem Angriff auf das Gästehaus in Kabul waren fünf ausländische UNO-Mitarbeiter getötet und neun verletzt worden.
In Summe sind dieses Jahr bereits 448 Soldaten in Afghanistan ums Leben gekommen, dies sind um 153 mehr als im Vorjahr.
Tote Soldaten der “Schutztruppen” in Anfganistan nach Jahr und Monat
| Year | Jan | Feb | Mar | Apr | May | Jun | Jul | Aug | Sep | Oct | Nov | Dec | Total |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2001 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 0 | 3 | 5 | 4 | 12 |
| 2002 | 10 | 12 | 14 | 10 | 1 | 3 | 0 | 3 | 1 | 6 | 1 | 8 | 69 |
| 2003 | 4 | 7 | 12 | 2 | 2 | 7 | 2 | 4 | 2 | 6 | 8 | 1 | 57 |
| 2004 | 11 | 2 | 3 | 3 | 9 | 5 | 2 | 4 | 4 | 8 | 7 | 2 | 60 |
| 2005 | 2 | 3 | 6 | 19 | 4 | 29 | 2 | 33 | 12 | 10 | 7 | 4 | 131 |
| 2006 | 1 | 17 | 13 | 5 | 17 | 22 | 19 | 29 | 38 | 17 | 9 | 4 | 191 |
| 2007 | 2 | 18 | 10 | 20 | 25 | 24 | 29 | 34 | 24 | 15 | 22 | 9 | 232 |
| 2008 | 14 | 7 | 20 | 14 | 23 | 46 | 30 | 46 | 37 | 19 | 12 | 27 | 295 |
| 2009 | 25 | 24 | 28 | 14 | 27 | 38 | 76 | 77 | 70 | 69 | 0 | 0 | 448 |
.
Quelle: iCasualties.org
Indien: Brand in Öllager, 500.000 Menschen evakuiert
Bei einem riesigen Brand in einem indischen Öllager sind mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 150 wurden verletzt. Aus Sicherheitsgründen evakuierten die Behörden etwa eine halbe Million Anrainer aus der Gefahrenzone am Rande von Jaipur, der Hauptstadt des nordwestindischen Unionsstaates Rajastan. Der Brand in der staatlichen Indian Oil Corporation war am Donnestag ausgebrochen.Nach ersten Ermittlungen könnte ein Leck in einer Pipeline den Brand ausgelöst haben. Mindestens elf Tanks mit rund acht Millionen Liter Öl waren betroffen. Ein Gebiet mit einem Radius von fünf Kilometer um den Brandort wurde zur Gefahrenzone erklärt. Erdölminister Murli Deora eilte nach Jaipur. Nach seinen Worten arbeiteten Soldaten und Brandexperten zusammen mit der Feuerwehr bei der Bekämpfung des Flammen.
Afghanistan: Halunken und ein korrupter Präsident
So wird Afghanistan die religiösen Eiferer nie im Zaume halten können. Erst gibt es wie zu erwarten Wahlbetrug in beträchtlichem Ausmaß, jetzt stellt sich heraus, der Bruder des afghanischen Präsidenten Karsai stehe in engem Kontak mit Drogenhändlern. So sagt es zumindest die ”New York Times”.
Der Bruder des afghanischen Präsidenten Karsai soll seit acht Jahren auf der CIA-Gehaltsliste stehen.
Demnach soll er unter anderem Rekruten für eine paramilitärische Einheit der CIA geworben haben, die in der Umgebung von Kandahar nach Extremisten fahndete. Wegen angeblicher Kontakte zu Drogenhändlern sei die Zusammenarbeit mit Karsais Bruder auch in der US-Regierung zunehmend umstritten, hieß es weiter.
Wali Karsai wies die Vorwürfe zurück. Die CIA wollte sich nicht äußern.
Terrorwelle in Afghanistan und Pakistan
Eine neue Terrorwelle radikalislamischer Extremisten hat am Mittwoch Afghanistan und Pakistan weiter ins Chaos getrieben. Kurz nach der Ankunft von US-Außenministerin Clinton in Pakistan riss der blutigste Anschlag seit zwei Jahren in Peshawar mindestens 105 Menschenin den Tod. In der afghanischen Hauptstadt Kabul kamen beim bisher schwersten Angriff auf die UNO sechs UNO-Mitarbeiter ums Leben.
In Pakistan explodierte unmittelbar nach dem Eintreffen Clintons in Islamabad im 150 Kilometer entfernen Peshawar in einer belebten Geschäftsstraße eine verheerende Autobombe. Dabei gab es nach Angaben von Rettungskräften auch mehr als 150 Verletzte. Die meisten Opfer seien Kinder oder Frauen gewesen. Nach Polizeiangaben hatten die Attentäter ein Auto mit 100 Kilogramm Sprengstoff präpariert. Ein Haus stürzte nach der Detonation ein, mehrere Geschäfte fingen Feuer. Clinton nannte die Terrorangriffe “feige” und sicherte Pakistan Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus zu. “Das ist auch unser Kampf”, sagte sie zur Rolle der USA.
In Afghanistan kamen bei dem Anschlag auf ein UNO-Gästehaus und einem eineinhalbstündigen Gefecht im Stadtzentrum auch die drei Angreifer, zwei afghanische Sicherheitskräfte und ein Zivilist ums Leben. Bis auf die Nationalität eines getöteten Amerikaners blieb die Staatsangehörigkeit der anderen Opfer zunächst unklar. Nach Angaben der UNO-Mission in Afghanistan (UNAMA) wurden mindestens neun UNO-Mitarbeiter verletzt.
Taliban-Sprecher Sabiullah Mujahid sagte: ”Das ist definitiv der Beginn der Mujaheddin-Operationen gegen die Wahl.” Die Opfer beim Sturm auf das UNO-Gästehaus hätten bei der Vorbereitung der Wahl am 7. November mitgeholfen. Die Vereinten Nationen unterstützen die Wahlvorbereitungen maßgeblich.
Bereits vor der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am 20. August hatten die Taliban ihre Angriffe in Kabul und in anderen Landesteilen verschärft. Der Wahltag selber war der Tag mit den meisten Angriffen und Anschlägen seit Beginn des internationalen Engagements in Afghanistan vor gut acht Jahren. Die Abstimmung war von massivem Betrug überschattet worden. Nach Abzug gefälschter Stimmen hatte Karzai die absolute Mehrheit knapp verfehlt. Der Amtsinhaber muss sich daher am 7. November einer Stichwahl mit seinem wichtigsten Herausforderer, dem früheren Außenminister Abdullah Abdullah, stellen.
Die US-Regierung erwägt einem Zeitungsbericht zufolge eine Ausweitung ihres Militäreinsatzes in Afghanistan, um Städte und strategisch wichtige Gebiete besser gegen Aufständische abzusichern. Im Mittelpunkt der Überlegungen zu einer neuen Strategie stehe der Plan, den Einsatz auf zehn Bevölkerungszentren in Afghanistan zu konzentrieren, berichtete die “New York Times” am Mittwoch unter Berufung auf Regierungsmitarbeiter. Außerdem sollten wichtige Fernstraßen und Anbaugebiete für die Landwirtschaft geschützt werden. Ziel dieser Strategie sei es nicht, die radikalislamischen Taliban im gesamten Land zu bekämpfen.
Russland: Diebe kamen mit Schauchboot in die Lada-Autofabrik
Togliatti (russland-news). Vom Regen in die Traufe: Zum zweiten Mal in zwei Monaten ist auf dem Gelände des Autowerkes Avtovaz eine Diebesbande gestellt worden, die gestohlene Autoteile „verschiffen” wollte - und zwar mit Schlauchbooten durch die Kanalisation der Autofabrik.
Vier Männer wurden am Sonntag Morgen um 6 Uhr vom Werkschutz direkt in der Regenwasser-Kanalisation des riesigen Werksgeländes gestellt, berichtete die Polizeibehörde des Gebietes Samara. Mit drei Gummibooten wollten die Diebe 105 Säcke mit Auto-Teilen wegschaffen. Der Wert der Beute wurde mit 1,2 Mio. Rubel (ca. 27.500 Euro)
Bereits im August waren zehn Personen festgenommen worden, die auf diese Weise versuchten, im Werk abgezweigte Autoteile durch das über zwei Kilometer lange Rohrsystem vom Avtovaz-Gelände zu schaffen. Das nächtliche Treiben der Kanalisations-Schiffer war aufgeflogen, nachdem eine Polizeistreife nächtens auf dem Werksgelände einen Mann in hohen Gummistiefeln gestellt hatte.
Damals waren aber nur Ersatzteile im Wert von 200.000 Rubel sichergestellt worden. Als Anführer der Gruppe wurde ein 66-jähriger ermittelt, der auf einem benachbarten Firmengelände als Wachmann arbeitete.
Die Ermittler hatten schon damals Anhaltspunkte, dass es noch eine weitere Gruppe von Dieben geben muss, die auf diese originelle Weise Lada-Teile vom Gelände des in schweren wirtschaftlichen Nöten steckenden Autokonzerns exportiert.
Wie groß der in der Vergangenheit von den Ersatzteil-Piraten angerichtete Schaden insgesamt ist, lässt sich noch nicht beziffern.
Rallye: Sébastien Loeb wird zum sechsten Mal hintereinander Rallye-Weltmeister
Sébastien Loeb hat zum sechsten Mal hintereinander die Rallye-Weltmeisterschaft gewonnen. Der Franzose gewann am Sonntag im Citroën C4 das Saisonfinale in Wales. Er setzte sich in der Gesamtwertung gegen seinen finnischen Rivalen Mikko Hirvonen im Ford Focus durch.
Bei seinem 54. WM-Lauf-Sieg und seinem siebten Saisontriumph verwies er Hirvonen um 1:06,1 Minuten auf den zweiten Platz.
Lauf 12, 23 - 25 Oktober, 2009. Cardiff, Wales.
| Pos | No | Fahrer | Gruppe Klasse |
|---|---|---|---|
| 1. | 1 | S. LOEB | A8 |
| 2. | 3 | M. HIRVONEN | A8 |
| 3. | 2 | D. SORDO | A8 |
| 4. | 11 | P. SOLBERG | A8 |
| 5. | 6 | H. SOLBERG | A8 |
| 6. | 5 | M. WILSON | A8 |
| 7. | 4 | J. LATVALA | A8 |
| 8. | 8 | C. RAUTENBACH | A8 |
| 9. | 39 | E. BRYNILDSEN | N4 |
| 10. | 47 | A. ARAÚJO | N4 |
.
2009 Fahrer 2009 Fahrer World Rally Championship Klassement
| 1. | Sébastien Loeb(F) |
| 2. | Mikko Hirvonen(FIN) |
| 3. | Dani Sordo(E) |
| 4. | Jari Matti Latvala(FIN) |
| 5. | Henning Solberg (N) |
| 6. | Henning Solberg(N) |
| 7 | Matthew Wilson(GB) |
| 8. | Sébastien Ogier(F) |
| 9. | Federico Villagra(RA) |
| 10. | Conrad Rautenbach(ZW) |
.
Palästina: Brutales Vorgehen der israelischen Polizei gegen Palästinenser in Jerusalem
Bei neuen Zusammenstößen zwischen Palästinensern und israelischer Polizei auf dem Tempelberg in Jerusalems Altstadt hat es am Sonntag Verletzte und zahlreiche Verhaftungen gegeben. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, hielten sich mehr als hundert Muslime auch am Sonntagnachmittag noch in der Al-Aksa-Moschee auf der heiligen Stätte auf.
17 Palästinenser seien festgenommen, hieß es von israelischer Seite. Laut Sanitätern des Roten Halbmondes wurden 18 Palästinenser verletzt, es habe allerdings keine schweren Verwundungen gegeben.
Unter den Verhafteten waren demnach auch Ali Abu Sheikha, ein Führer der Islamischen Bewegung in Israel, und der palästinensische Jerusalem-Beauftragte Hatem Abdel Khader.
Die israelische Polizei gab an, zu einer Routinepatrouille unterwegs auf der Stätte gewesen zu sein, die von Muslimen als Haram al-Sharif (Edles Heiligtum) verehrt wird und in der sich Gläubige versammelt hatten. Die Polizei hat daraufhin Blendgranaten eingesetzt, um die islamischen Gläubigen zu vertreiben.
Insgesamt zweimal habe ein großes Polizeiaufgebot den Tempelberg gestürmt, hieß es vom Polizeichef. “Die israelische Polizei wird mit harter Hand gegen alle Störenfriede vorgehen”, sagte er Journalisten am Tempelberg. Er kündigte auch rechtliche Schritte an. “Wir werden uns um die Aufhetzer kümmern.”
Irak: 132 Tote bei zwei bomebnanschlägen in Bagdad
Bei einem Doppelanschlag in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind am Sonntag 132 Menschen getötet worden. Nach Angaben von vier Krankenhäusern wurden etwa 600 weitere Menschen verletzt, als am Justizministerium und am Sitz des Gouverneurs in kurzen Abständen Autobomben explodierten. Ein Regierungssprecher sagte, die Attentate könnten gegen die Parlamentswahl im Jänner gerichtet sein. Die erste Autobombe detonierte gegen 10.30 Uhr Ortszeit (8.30 Uhr MEZ) an einer belebten Straße zwischen den Ministerien für Justiz und Arbeit im Herzen der Stadt, wie ein AFP-Reporter berichtete. Das präparierte Fahrzeug sei mitten auf der Straße explodiert.
Zehn Minuten später ging die zweite Autobombe im Stadtteil Salhiyeh hoch. Vor dem Gouverneurssitz lagen Leichen und Leichenteile verstreut. Rettungskräfte bargen verkohlte menschliche Überreste aus zerstörten Fahrzeugen.
Die Sommerzeit endet an diesem Sonntag - Uhren werden zurückgestellt
Alle Jahre wieder: Die Sommerzeit endet an diesem Sonntag in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Um 3.00 Uhr wird die Uhr um eine Stunde zurückgestellt. Wer will, kann eine Stunde länger schlafen. Seit der Einführung der mitteleuropäischen Sommerzeit 1980 ist es die 30.Zeitumstellung.Ursprünglich sollte mit der Zeitumstellung erreicht werden, dass das Tageslicht besser genutzt und Energie gespart wird. Die Überlegung war insbesondere eine Nachwirkung aus der Zeit der Ölkrise 1973. Ein weiterer Grund war die Anpassung an Nachbarländer.
