Oct 15

Bernhard Kohl gesteht Doping, verzichtet auf B-Probe, will auspacken

Category: Sport posted by: oldgamer



In einem überraschend einberufenen Exklusiv-Mediengespräch  heute Abend auf dem Flughafen Wien-Schwechat, hat Bernhard Kohl die Einnahme von Dopingmitteln zugegeben.

Kohl, der Gesamtdritte und Bergkönig der Tour de France 2008 gab zu Protokoll, schon vor der Tour de France 2008 das Blutdopingmittel CERA verwendet zu haben.

Auf die Öffnung der B-Proben wird Kohl verzichten. Der Niederösterreicher war, wie Nachuntersuchungen des Pariser Dopinglabors Chatenay-Malabry ergaben, am 3. und 15. Juli in den A-Proben positiv auf CERA getestet worden. Kohl droht eine zweijährige Dopingsperre.
Das Jahr sei für ihn nicht erfolgreich verlaufen, seine Form noch bei der Dauphine Libere im Juni katastrophal gewesen, erklärte Kohl. Doch er habe gewusst, dass er ohne gute Leistungen und Spitzenergebnis bei der nahenden Frankreich-Rundfahrt keinen neuen Vertrag bekommen würde.

Diese quälende Ungewissheit habe ihn, wie er sagte, schwach werden lassen. “Ich bin der Versuchung erlegen, weil der auf mir lastende Erfolgsdruck unglaublich groß gewesen ist. Ich bin nur ein Mensch und wie viele Menschen in einer Ausnahmesituation schwach geworden.”
Kohl sprach von erstmaligem Dopingmissbrauch (”Aber wer glaubt schon einem überführten Sportler”). Schon des Öfteren sei er auf unlautere Mittel angesprochen, diese ihm angeboten worden, aber zum ersten Mal habe er davon tatsächlich Gebrauch gemacht.

Die mentale Belastung seit Bekanntwerden der Nachweisbarkeit von CERA sei für ihn unerträglich geworden. “Ich will nun endlich wieder der Bernhard Kohl sein, der ich davor war, als den mich meine Freunde und Fans kennen”, beteuerte der Wolkersdorfer. Die Hintermänner wolle er noch nicht nennen. “Ich werde sie zur gegebenen Zeit bekanntgeben.”
Weiters stellte Kohl (”Ich liebe den Radsport, auch wenn er eine unendliche Schinderei ist”) unmissverständlich klar: “Im Gerolsteiner-Team hat es zu meiner Zeit kein systematisches Doping gegeben, Manager (Hans-Michael, Anm.) Holczer wusste von gar nichts. Er kämpfte vehement gegen Doping. Deshalb tut es mir besonders leid, ausgerechnet ihn enttäuscht haben.”

Das Sportgerichtsverfahren liegt nun in Händen der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA), der Kohl detaillierte Informationen über die Drahtzieher des internationalen Dopingnetzwerks preisgeben könnte - und mit großer Wahrscheinlichkeit auch wird.
 

Quelle: orf.at

Mehr zum Thema:

[del.icio.us] [Digg] [Facebook] [MySpace]

No Comments

Leave a comment