Jul 30
Formel 1: BMW gibt auf - Peter Sauber will weitermachen

BMW macht eine Vollbremsung und verlässt die Formel zum Ende der laufenden Saison. Die Teilnahme entspreche nicht mehr der Hauptzielrichtung des Unternehmens, teilte der Münchner Autobauer mit. BMW will sich aber weiter im Motorsport engagieren.
Der Vorstandsvorsitzende Norbert Reithofer gab den Schnellausstieg am Mittwoch bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in München bekannt. Der Grund für den Ausstieg soll ein Strategiewechsel im Konzern sein. Das Unternehmen wolle künftig verstärkt auf Nachhaltigkeit setzen. Da passe ein Engagement in der Formel 1 nicht mehr.
In anderen Motorsportserien will BMW aber weiterhin aktiv sein. Der Münchner Autobauer hatte in dieser Saison rund 350 Millionen Euro in die Formel 1 investiert. “Natürlich ist uns dieser Entschluss schwer gefallen. Aber es ist ein konsequenter Schritt vor dem Hintergrund der strategischen Neuausrichtung unseres Unternehmens”, sagte Reithofer.
Konzernchef Norbert Reithofer trat Spekulationen entgegen, dass der Ausstieg mit dem schlechten Abschneiden des Rennstalls BMW-Sauber in der laufenden Saison zusammenhänge. Vielmehr gehe es um eine strategische Neuausrichtung.
Mit dem Ausstieg ist die Zukunft des deutschen Piloten Nick Heidfeld unklar. Heidfeld ist vom Ausstieg seines Arbeitgebers BMW aus der Formel 1 völlig überrascht worden. “Die Entscheidung zum Formel-1-Ausstieg von BMW kommt für mich unerwartet und tut mir speziell für das Team und alle Mitarbeiter, mit denen ich über Jahre hinweg das Projekt aufbauen durfte, sehr leid”, schrieb der Pilot dazu auf seiner Internetseite. “Ich bedanke mich bei allen für die tolle Zusammenarbeit und die erreichten Erfolge.”
“Peter Sauber wird auch in Zukunft der starke Mann bleiben”, sagt Walter Riedl, Geschäftsführer des Formel 1-Teams BMW-Sauber. Damit verrät er mehr, als der ehemalige Patron, der den Rennstall vor vier Jahren an den deutschen Automobilkonzern BMW verkauft hat, derzeit zu sagen bereit ist. Sauber selbst betont zwar, alles in seiner Macht stehende zu versuchen, um eine Lösung zu finden, “die den Fortbestand des Teams in Hinwil ermöglicht.” Ob er selbst wieder einsteigen will, liess er offen. (Suedostschweiz.com)
Keiner aus der BMW-Vorstandsetage würde es zugeben. Aber die Führungsspitze des deutschen Automobilherstellers fürchtet den heiligen Zorn der Schweizer. Vor allem aber jenen ihrer Schweizer Belegschaft in Hinwil, wo das BMW-Sauber-Formel-1-Team seinen Hauptsitz hat. Diese rund 400 Leute fühlen sich von den Münchnern - sorry für die Wortwahl - ziemlich verarscht. Für die Art und Weise des Vorgehens gibt es praktisch null Verständnis. Jetzt ist für BMW München diplomatisches Vorgehen und Hilfestellung für die Angestellten angesagt. Denn die Schweiz ist für BMW ein wichtiger Markt. (20min.ch)
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