Sep 21
Formel-1 Crashgate: Mildes Urteil gegen Renault - nur bedingte Strafe

Das mit Spannung erwartete Urteil in der “Crashgate”-Affäre um die Manipulation des Nachtrennens in Singapur 2008 durch das Renault-Team wurde gesprochen: Der Motorsport-Weltrat hat eine Bewährungsstrafe gegen Renault verhängt. Der französische Automobilhersteller ist mit einem blauen Auge davongekommen.Das Team wurde erwartungsgemäß nach einer kurzen AnhörungĀ schuldig gesprochen, gegen insgesamt fünf Artikel des FIA-Regelwerks verstoßen zu haben, doch die Strafe fiel anschließend recht mild aus: Eine Sperre bis Ende 2011, anzutreten allerdings nur, sollte bis dahin ein vergleichbarer Regelverstoß auftreten. Die FIA würdigt damit das einsichtige Verhalten des Rennstalls seit Bekanntwerden der Manipulationsaffäre.

Härter trifft es die Verschwörer Flavio Briatore und Pat Symonds, die selbst nicht in Paris waren. Briatore wurde mit einer lebenslangen Sperre für alle FIA-Veranstaltungen sanktioniert. Der Italiener darf in Zukunft auch keine Fahrer mehr managen. Symonds wurde mit der gleichen Strafe belegt, allerdings nur für einen Zeitraum von fünf Jahren. Dafür ausschlaggebend war, dass er dem Weltrat ausrichten ließ, er verspüre ob seiner Beteiligung “unendliches Bedauern und unendlichen Scham”.
Der Weltverband wird künftig keine Rennserien mehr sanktionieren, in denen die beiden in irgendeiner Form mitwirken, und jedem Team oder Fahrer, der mit Briatore oder Symonds in Verbindung steht, sofort die Lizenz entziehen. Zutritt zu FIA-Veranstaltungen wird ihnen nicht mehr gestattet.
Nelson Piquet jun., der “Crashgate” mit seiner eidesstattlichen Erklärung im Juli ins Rollen gebracht hat, wurde für sein Geständnis mit einer Immunitätsgarantie belohnt. Er hat keine weiteren Konsequenzen zu befürchten und darf theoretisch wieder Formel 1 fahren.
Fernando Alonso wurde heute für unschuldig erklärt. Er darf damit auch den Sieg in Singapur behalten.
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