May 29
Spitzelskandal bei der Deutschen Telekom nimmt immer größere Ausmaße
Der Spitzelskandal bei der Deutschen Telekom nimmt immer größere Ausmaße an: Gerade hat der Aufsichtsrat Telekom-Chef Obermann den Rücken gestärkt, da werden bereits neue Vorwürfe laut: Bereits in der Ära von Ron Sommer sollen Journalisten systematisch bespitzelt worden sein.
Die Deutsche Telekom soll nach einem Medienbericht viel früher als bisher bekannt Spitzelaufträge erteilt haben, um Informanten aus dem Konzern auf die Schliche zu kommen. Wie die Financial Times Deutschland (FTD) berichtet, erteilte das Unternehmen dazu bereits im Jahr 2000 Aufträge.
Diesen Spitzelauftrag 2000 habe ein Mitarbeiter vergeben, der später zum Leiter der Telekom-Konzernsicherheit aufgestiegen sei. Unklar ist nach Angaben der Zeitung aber, in wessen Auftrag er gehandelt habe. Vorstandschef war damals Ron Sommer.
Für den Spitzelauftrag 2000 wurde nach Informationen der Zeitung die Berliner Control Risks Group (CRG) als Partner gewählt. “Wir haben dazu nichts in unseren Unterlagen gefunden. Wenn es so gewesen sein sollte, wäre das ein klarer Verstoß gegen sämtliche internen Ethikrichtlinien”, sagte Jürgen Stephan, seit 2003 CRG-Geschäftsführer.
Die gesamte Abteilung Corporate Investigations sei Anfang des Jahrzehnts ausgetauscht worden. Control Risks habe interne Untersuchungen eingeleitet und nehme die Vorwürfe sehr ernst, sagte Stephan laut Angaben der FTD.
Private Fahnder mit versteckter Kamera
Nach weiteren Angaben des Blattes suchte das Subunternehmen für den ehemaligen Staatskonzern die von Ex-Geheimdienstlern gegründete Berliner Wirtschaftsdetektei Desa nach einem Leck bei der Telekom. Im Visier habe dabei unter anderem ein Reporter der FTD gestanden. Ein Konzernsprecher sagte, der Fall sei dem Unternehmen nicht bekannt.
Quelle und kompletter Artikel: sueddeutsche.de/
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