Oct 28

Terrorwelle in Afghanistan und Pakistan

Category: Palestine/Middle East posted by: vercingetorix



Eine neue Terrorwelle radikalislamischer Extremisten hat am Mittwoch Afghanistan und Pakistan weiter ins Chaos getrieben. Kurz nach der Ankunft von US-Außenministerin Clinton in Pakistan riss der blutigste Anschlag seit zwei Jahren in Peshawar mindestens 105 Menschenin den Tod. In der afghanischen Hauptstadt Kabul kamen beim bisher schwersten Angriff auf die UNO sechs UNO-Mitarbeiter ums Leben.

In Pakistan explodierte unmittelbar nach dem Eintreffen Clintons in Islamabad im 150 Kilometer entfernen Peshawar in einer belebten Geschäftsstraße eine verheerende Autobombe. Dabei gab es nach Angaben von Rettungskräften auch mehr als 150 Verletzte. Die meisten Opfer seien Kinder oder Frauen gewesen. Nach Polizeiangaben hatten die Attentäter ein Auto mit 100 Kilogramm Sprengstoff präpariert. Ein Haus stürzte nach der Detonation ein, mehrere Geschäfte fingen Feuer. Clinton nannte die Terrorangriffe “feige” und sicherte Pakistan Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus zu. “Das ist auch unser Kampf”, sagte sie zur Rolle der USA.

In Afghanistan kamen bei dem Anschlag auf ein UNO-Gästehaus und einem eineinhalbstündigen Gefecht im Stadtzentrum auch die drei Angreifer, zwei afghanische Sicherheitskräfte und ein Zivilist ums Leben. Bis auf die Nationalität eines getöteten Amerikaners blieb die Staatsangehörigkeit der anderen Opfer zunächst unklar. Nach Angaben der UNO-Mission in Afghanistan (UNAMA) wurden mindestens neun UNO-Mitarbeiter verletzt.

Taliban-Sprecher Sabiullah Mujahid sagte: ”Das ist definitiv der Beginn der Mujaheddin-Operationen gegen die Wahl.” Die Opfer beim  Sturm auf das UNO-Gästehaus hätten bei der Vorbereitung der Wahl am 7. November mitgeholfen. Die Vereinten Nationen unterstützen die Wahlvorbereitungen maßgeblich.
Bereits vor der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am 20. August hatten die Taliban ihre Angriffe in Kabul und in anderen Landesteilen verschärft. Der Wahltag selber war der Tag mit den meisten Angriffen und Anschlägen seit Beginn des internationalen Engagements in Afghanistan vor gut acht Jahren. Die Abstimmung war von massivem Betrug überschattet worden. Nach Abzug gefälschter Stimmen hatte Karzai die absolute Mehrheit knapp verfehlt. Der Amtsinhaber muss sich daher am 7. November einer Stichwahl mit seinem wichtigsten Herausforderer, dem früheren Außenminister Abdullah Abdullah, stellen.

Die US-Regierung erwägt einem Zeitungsbericht zufolge eine Ausweitung ihres Militäreinsatzes in Afghanistan, um Städte und strategisch wichtige Gebiete besser gegen Aufständische abzusichern. Im Mittelpunkt der Überlegungen zu einer neuen Strategie stehe der Plan, den Einsatz auf zehn Bevölkerungszentren in Afghanistan zu konzentrieren, berichtete die “New York Times” am Mittwoch unter Berufung auf Regierungsmitarbeiter. Außerdem sollten wichtige Fernstraßen und Anbaugebiete für die Landwirtschaft geschützt werden. Ziel dieser Strategie sei es nicht, die radikalislamischen Taliban im gesamten Land zu bekämpfen.

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